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... Cube Wirtschaftsakademie BWL Grundwissen 2.7.2. Betriebliche Arbeitsteilung
 

2.7.2. Betriebliche Arbeitsteilung

Die Aufteilung aller notwendigen Arbeiten auf einzelne Berufe mit besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten hat die Arbeitsleistungen um ein Vielfaches gesteigert. Weitere Möglichkeiten zur Leistungssteigerung liegen in einer Aufteilung der Arbeitsprozesse.

Innerbetriebliche Arbeitsteilung

Der Arbeitsablauf innerhalb eines Unternehmens wird in einzelne Ar-beitsschritte zerlegt. Einkauf der Rohstoffe, Fertigung der Einzelteile, Montage der Endeinheiten, Kontrolle, Vertrieb usw. werden von ei-genständigen Abteilungen vorgenommen.

Wird innerhalb der Produktion ein Werkstück von der Anlieferung des Rohstoffes bis zur Endabnahme von nur einer Person bearbeitet, müssen eine Vielzahl von Werkzeugen, Handgriffen, Unterlagen und Vorrichtungen immer wieder neu aufgenommen und behandelt werden. Wird dieser Arbeitsvorgang aber in einzelne Teilvorgänge zerlegt, werden überflüssige Handgriffe eingeschränkt, was zu einer deutlichen Einsparung der Produktionskosten führt. Sich stets wiederholende Ar-beitsgänge werden von speziell geschulten Mitarbeitern mit einem ho-hen Maß an Fertigkeiten und Routine schnell und gewissenhaft ausgeführt. Diese Arbeitszerlegung kann strukturiert bis auf einzelne Handgriffe zurückgeführt werden. Die dabei aufkommende Arbeitsmonotonie, wie noch im vergangenen Jahrhundert an den Fließbändern, wird weitgehend durch neue Konzepte gemindert. Einzelteile werden über-wiegend von Automaten hergestellt.

Durch die Arbeitsteilung werden sowohl hochqualifizierte Spezialisten als auch Mitarbeiter benötigt, die ohne Ermüdung Routinearbeiten ausführen können.

Zwischenbetriebliche Arbeitsteilung

In vielen Unternehmen werden die Produkte nicht in vollem Umfang im eigenen Betrieb hergestellt. Bauteile werden als Normteile, Fertigteile oder nach besonderen Spezifikationen angefertigte Baugruppen in Fremdfirmen hergestellt, die auf diese besonderen Arbeiten spezialisiert sind. Ebenso werden Dienstleistungen aller Art von Fremdunternehmen in Anspruch genommen, der Vertrieb erfolgt über besondere Handelsketten oder Spezialgeschäfte und der Geldverkehr wird über Banken abgewickelt.

Die betriebliche Arbeitsteilung bringt durch den hohen Grad an Spezialisierung in den einzelnen Teilvorgängen eine erhebliche Steigerung der Arbeitsproduktivität und der Leistungsfähigkeit, aber es lassen sich auch Nachteile nicht ausschließen, wie folgende Aufstellung zeigt.

Vorteile

  • Der Einsatz von speziell geschultem Personal bringt Qualität und Zeit-einsparung
  • Der Einsatz von teuren Spezialmaschinen erlaubt kostengünstigeres Produzieren
  • Die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Mitarbeiter können besser genutzt werden
  • Die Ausbildung für Spezialaufgaben ist günstiger als eine breitbandige Ausbildung
  • Durch die hohe Produktivität werden bei gleichem Einsatz der Mittel mehr Güter erzeugt

Nachteile

  • Durch Einbeziehung von externen Unternehmen steigt die Fremdbe-stimmung
  • Gegenseitige Abhängigkeit der Mitarbeiter und Verlust der Selbstständigkeit
  • Eine aufwändigere Logistik ist erforderlich
  • Die durch die Spezialisierung bedingte einseitige Beanspruchung der Mitarbeiter kann zu gesundheitlichen Störungen führen
  • Die Mitarbeiter können sich durch die Eintönigkeit der Routinearbeiten und Mangel an Gesamtüberblick von ihrer Aufgabe entfremden


© Carl Loevernich für die Cube- Wirtschaftsakademie 2008
 
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