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... Cube Wirtschaftsakademie BWL Grundwissen 2.1. Arten von Bedürfnissen
 

2.1. Arten von Bedürfnissen

Die Wirtschaft lebt davon, dass der Mensch stets Wünsche hat. Aus dem Antrieb heraus, sich seine Wünsche zu erfüllen, entsteht dann ein Bedürfnis. Der Begriff Bedürfnis wird in vielen wissenschaftlichen Bereichen benutzt und oft auch mit Motivation gleichgestellt. Die Motivation sollte man aber als den An-trieb sehen, der einen Menschen veranlasst, aus einem Wunsch ein Bedürfnis werden zu lassen, das dann befriedigt werden soll. In der Wirtschaft versteht man unter Bedürfnis einen vorhandenen Mangel an Dingen oder die Unvollständigkeit eines Zustandes und damit verbunden die Forderung, dieses zu beheben.

So gesehen muss man davon ausgehen, dass die Bedürfnisse und deren Befriedigung die Grundlage für das wirtschaftliche Handeln des Menschen sind.  
Bei der Vielseitigkeit der Wünsche des Menschen ergeben sich damit unterschiedliche Arten von Bedürfnissen, die sich zu verschiedenen Gruppen zusammenfassen lassen.

Arten von Bedürfnissen

Das Bild stellt mehrere Arten von Bedürfnissen dar

Bedürfnisse können gegenständlich oder ideell sein, wie eine erste Einteilung zeigt.

Materielle Bedürfnisse

Bei den materiellen Bedürfnissen handelt es sich um dingliche Gegenstände, die durch Güter befriedigt werden können. Dazu gehören Nah-ungsmittel und Kleidung genauso wie ein Auto oder ein Haus.

Immaterielle Bedürfnisse

Immaterielle Bedürfnisse lassen sich nicht durch Güter befriedigen und liegen mehr im geistigen Bereich. Beispiele dafür sind Liebe und Freundschaft, Anerkennung und Machtanspruch, Weisheit und Gerechtigkeit.

Eine weitere Einteilung der Bedürfnisse lässt sich nach ihrer Dringlichkeit vornehmen

Primäre Bedürfnisse

Zu den primären Bedürfnissen zählen die physiologischen Grundbedürfnisse zur Art- und Selbsterhaltung wie Essen, Trinken, Schlafen und Sexualität.

Sekundäre Bedürfnisse

Die Ursache der sekundären Bedürfnisse liegt im sozialen und psychischen Bereich. Typisch dafür sind Erfolgsstreben, Erreichung von Leistungsszielen und Beurteilungen, Wunsch nach Anerkennung, finanzielle Belohnung.

Die Ansprüche jedes Menschen sind abhängig von seinen Lebensverhältnissen und seinen Anforderungen.

Existenzbedürfnisse

Die Existenzbedürfnisse sind mit den Anforderungen nach Nahrung, Kleidung und Unterkunft den primären Bedürfnissen gleichzusetzen.

Kulturbedürfnisse

Gegeben durch das kulturelle Umfeld und die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft bilden sich über die Existenzbedürfnisse hinaus weitere Bedürfnisse wie Pflege von Geist und Körper, Mode, Urlaub, Kunst, Sport und  Gemeinschaftskontakte. Die Kulturbedürfnisse werden mit zu den  sekundären Bedürfnissen gezählt.

Luxusbedürfnisse

Die Luxusbedürfnisse gehen über die normalen gesellschaftlichen Ansprüche hinaus und gehören deshalb ebenfalls zu den sekundären Bedürfnissen. Hochwertige Markenartikel, Schmuck, „Sekt und Kaviar“, Kunstwerke und aufwändige Reisen sind einige Beispiele.

Nicht nur als Individuum sondern auch als Mitglied einer Gesellschaft werden Bedürfnisse geweckt.

Individuelle Bedürfnisse

Jeder Mensch entwickelt seine eigenen Bedürfnisse, die je nach Herkunft, Erziehung Bildung, gesellschaftlicherr Stellung, Einkommen und Alter unterschiedlich ausfallen. Diese Bedürfnisse können materiell oder immateriell, primär oder sekundär sein.

Kollektive Bedürfnisse

In einer gut zusammen wirkenden Gemeinschaft bilden sich aus der Menge heraus die kollektiven Bedürfnisse, die für das Individuum unrealistisch wären. Dazu zählen innere und äußere Sicherheit, Bildungseinrichtungen, Rechtswesen, allgemeine Infrastruktur, Krankenhäuser, Kindergärten, Altenheime usw.

Auch lassen sich Bedürfnisse einteilen nach bewussten oder unbewussten Merkmalen.

Offene Bedürfnisse

Wenn der Mensch fest umrissene Vorstellungen hat, welche Bedürfnisse er befriedigt sehen will, spricht man von offenen Bedürfnissen.

Latente Bedürfnisse

Die Bedürfnisse, die durch Werbung, Beeinflussung oder Verlockung erst aufgerufen werden zählt man zu den latenten Bedürfnissen.

Bedürfnispyramide nach Maslow

Eine der bekanntesten Bedürfnismodelle ist die in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von dem amerikanischen Psychologen Abraham Maslow in seinem Werk „A Theory of Human Motivation“ vorgestellte Bedürfnishierarchie.  Diese ist bildlich wie eine aus 5 Ebenen aufgebaute Pyramide zu verstehen.
 
Das Bild zeigt die Bedürfnispyramide nach Maslow
 
Die Grundlage der Pyramide bilden die physiologischen Grundbe-dürfnisse zur Selbst- und Arterhaltung wie Essen, Trinken, Schlafen und Sexualität.

In der zweiten Stufe befinden sich die Sicherheitsbedürfnisse mit der Absicherung gegen potentielle Gefahren wie Krankheit, Verlust eines erreichten Standards, Verlust des Arbeitsplatzes u. ä.

Die dritte Stufe enthält die Zugehörigkeitsbedürfnisse mit den Wün-schen nach einem angemessenen Platz innerhalb einer Gruppe und emotionalen Kontakten zu anderen Menschen.

In der vierten Stufe sind die Wertschätzungsbedürfnisse zu finden mit der Anerkennung durch andere und dem erlangten Selbstbewusstsein. Die Anerkennung durch andere beinhaltet Aufmerksamkeit, Achtung und Statuszugehörigkeit, zum Selbstbewusstsein zählen Wissen, Können, Selbstvertrauen und Selbstständigkeit.

Die Spitze der Maslow’schen Bedürfnispyramide bilden die Selbst-verwirklichungsbedürfnisse mit dem Bestreben nach der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit.

Diese in Schichten von der Basis zur Spitze der Pyramide angeordneten Be-dürfnisse werden nach Ansicht von Maslow in der Reihenfolge von unten nach oben verspürt. Die Sicherheitsbedürfnisse der zweiten Stufe werden erst dann aktuell, wenn die physiologischen Bedürfnisse in der Basis erfüllt sind. Zuge-örigkeitsbedürfnisse der dritten Stufe treten erst dann auf, wenn es keine Sicherheitsbedürfnisse mehr gibt.

Textaufgaben

1. Worin besteht der Unterschied zwischen primären und sekundären Bedürfnissen?

2. Welche Schlüsse kann man daraus ziehen, wenn eine Gesellschaft vom Staat mehr innere und äußere Sicherheit verlangt?

 


© Carl Loevernich für die Cube Wirtschaftsakademie 2008
 
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